Stadtgeschichte von Flensburg

In seinen Anfängen war Flensburg ein kleiner dänischer Handessplatz, den eine Siedlung umgab. Um 1200 wird um das Kirchspiel St. Marien eine Stadt angelegt, nach den typischen Gründungsplänen der Hanse. So ist Flensburg von Anfang an eng mit der Hanse verbunden dies verstärkt sich, als die dänischen Herrscher eine hansefreundliche Politik einschlagen. 1240 wird Flensburg das erste Mal urkundlich erwähnt. In den nächsten 40 Jahren werden die Kirchen St. Nikolai und Südermarkt erbaut.
Um 1260 erhält die Stadt eine Ratsverfassung nach dem Vorbild der Stadt Lübeck. Als die Rivalität zwischen Flensburg und Schleswig 1282 beendet wird und stattdessen engere Handelsbeziehungen vereinbart werden, profitiert Flensburg sehr davon. Herzog Waldemar I. bestätigt 1284 das Stadtrecht Flensburgs und so wird sie Stadt im Rechtssinn.

Ab 1386 sind die Grafen von Holstein vom dänischen Königshaus mit dem Herzogtum Schleswig belehnt worden. Somit regieren die schaunburgischen Grafen auch in Flensburg. Ab 1388 müssen, per Ratserlaß, alle Häuser der Stadt mit Ziegelsteinen gedeckt sein, Stroh ist nicht mehr zulässig. Im Krieg 1409-1435 um das Herzogtum Schleswig zwischen dem dänischen Königshaus und den schaunburgischen Grafen, welche von den Hansestädte unterstützt werden, wird Flensburg stark beschädigt. Am Ende des Krieges wird im Frieden von Vordingborg den schaunburgischen Grafen das Herzogtum Schleswig als erbliches Lehen zugeteilt. Flensburg, welches über 3000 Einwohner verfügt, lässt das alte Rathaus 1443 erbauen. 1460 wählen die schleswig-holsteinischen Stände den dänischen König zum Herzog von Schleswig und Holstein. Dies führt zu einer Ablösung von Lübeck und somit zu einem Aufstieg Flensburg zu einer einflussreichen Handelsstadt im dänischen Unionsreich. An 1480 wird "Pfahlgeld", eine Hafenabgabe, von der Stadt eingenommen. Die Reformation kehrt 1526 in der Stadt ein.

Als sich die Klöster der Umgebung 1551 zu einer neuen Stiftung zusammenschließen, erhält diese die Gerichtsbarkeit und die Verwaltungshoheit über die Vorstadt. Ab 1558 gilt die erste Polizeiordnung in Flensburg und 1566 eröffnet die Lateinschule ihre Pforten. 1573 endet die enge Handelsverbindung mit Husum, die den Nord- Ostsee Transitverkehr ermöglicht hatte und welcher für beide Städte vorteilhaft war. 1590 wird die Neustadt angelegt. 1601 definiert man die Stadtgrenze neu und in dieser leben 6000 Einwohner. 1602 wird das Kompanie-Tor erbaut in dem die Stadtwaage steht. Vier Jahre später wird das Rote Tor erbaut. Von 1626-1721 dauern die Kriege an und Flensburg verliert seine Handelsvormachtsstellung. Um 1734 entsteht der Vorläufer der Handelskammer, die "Commercium". Um 1792 hat Flensburg 11.500 Einwohner. Ab 1796 beginnt die Bebauung der Gebiete außerhalb der Stadtbefestigung.

1806 errichte die Handelsschifffahrt Flensburgs ihren Höhepunkt, doch der Europafeldzugs Napoleon und das daraus resultierende Handelsverbot schwächt Flensburg. 1813 wird für alle Kirchen ein gemeinsamer Friedhof angelegt, dies ist der erste kommunale Friedhof nördlich von Göttingen. 1832 nimmt man in Flensburg zum ersten Mal eine Dampfmaschine in Betrieb, es beginnt so, dass industrielle Zeitalter.
Im Dreijahreskrieg zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein 1848-1851 kämpfen die Schleswig Holsteiner für die Eingliederung Schleswig-Holsteins bis zur Königsau an Deutschland, wohingegen die Dänen die Eingliederung Schleswigs bis zur Eider verfolgen. Die Dänen siegen und somit wird Flensburg Hauptstadt des Herzogtums Schleswigs. 1854 eröffnet die Eisenbahnstrecke nach Tönning (DK). 1856 wird die "Englische Brücke" fertig gestellt.

Als entgegen der Londoner Konferenz Schleswig Teil des dänischen Königsreichs werden soll, greift 1864 der deutsche Bund ein. Preußische und österreichische Truppen marschieren sowohl in Schleswig als auch in Jütland ein. Von nun an sind Preußen und Österreicher für die Herzogtümer verantwortlich. Zudem herrscht von nun an Niederlassungsfreiheit für andere Konfessionen, neben dem evangelisch-lutherischen. Die Verkehrsanbindungen der Stadt verbessern sich auch von Jahr zu Jahre, zuerst eine Eisenbahnstrecke nach Vojens und ab 1866 transportiert die Flensburg-Ekensunder Dampfschifffahrtsgesellschaft Passagiere. 1867 wird Schleswig-Holstein eng an Preußen gebunden, die Binnen-Zollgrenze wird zur staatlichen Zollgrenze. So muss sich auch Flensburg auf die neue Zollsituation einstellen, diese Umstellungsprobleme verschwinden mit dem Beginn der Industrialisierung sehr schnell. 1869 wird dann in Flensburg die preußische Städteordnung eingerichtet. Im Laufe der 1870-er Jahre werden die Handelskammer, die Schiffbau-Gesellschaft, die freiwillige Feuerwehr, eine Diakonissenanstalt, die Landwirtschaftsschule, die Navigationsschule, die Arbeiter-Bauerngenossenschaft, das Hauptpostamt und eine Pferdebahn in der Neustadt. Bis 1900 folgen noch ein Elektrizitätswerk und ein Wasserwerk, ein Stadttheater, die Flensburger Export-Brauerei, der Schlachthof und der Vorläufer der Fachhochschule. 1900 ist Flensburg dann eine kreisfreie Stadt (seit 1889) mit 48.922 Einwohnern.

1919-1920 werden Abstimmungen durchgenommen in denen die Teile des Herzogtums Schleswig über ihre Zugehörigkeit zu Deutschland oder zu Dänemark entscheiden können. Flensburg entscheidet sich für die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich, allerdings verläuft die Grenze zu Dänemark 5km nördlich der Stadt. Dies bedeutet einen Wegbruch von 50% des Absatzgebietes für Flensburger Waren, voraus eine Umsatzeinbuße von 30% folgt. Die Entwicklung der Stadt ist von nun an verlangsamt. Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erhält die Stadt einen Freihafen, einen Flughafen, einen neuen Bahnhof, einen zentralen Omnibus-Bahnhof.
In der Nazi-Zeit wird das Hafenbollwerk erneuert, zudem eine Torpedo- und Nachrichtenschule und neue Kasernen.

Vor dem 2. Weltkrieg leben 70.871 Personen in Flensburg, nach dem 2. Weltkrieg sind es 102.832 (1950). Dies liegt vor allem an der hohen Zahl von Flüchtlingen, die sich in Flensburg niederließen. Nach dem Krieg wird die Pädagogische Hochschule eröffnet (1946). Seit 1952 befindet sich das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. 1961 leben nur noch 98464 Personen in der Stadt, dies ist auf Umsiedlungsprogramme zurück zu führen, 1970 sind es sogar nur noch 95476. Das neue Rathaus wird 1964 fertig gestellt. 1978 wird der Autobahnabschnitt der BAB 7 fertig gestellt.